Sichtbetonkosmetik

Sichtbetonkosmetik

Betonflächen die unverputzt oder verblendet sichtbar bleiben, werden als Sichtbetonkosmetik  bezeichnet. An die Oberflächen des Betons werden gewisse Anforderungen gestellt. Sie sollen meist ein bestimmtes Aussehen haben und gestalterische Funktionen übernehmen.
Sichtbetonkosmetik 1910 kam zum ersten Mal Sichtbetonkosmetik  in Form von Eisenbeton beim Kirchenbau zum Einsatz. Später verwendete man häufig Sichtbeton zur Fassadengestaltung von Kirchen.
Eine gute Verarbeitbarkeit des Sichtbetons ist für eine ausgezeichnete Oberfläche ausschlaggebend. Die richtige Zusammensetzung des Betons ist wichtig, um eine gleichmäßige Betonoberfläche zu erhalten. Man darf während der Bauausführung nicht die Ausgangsstoffe oder das Herstellerwerk wechseln. Damit die Farbgestaltung nicht beeinflusst wird, verwendet man kein Restbeton oder Restwasser. Die Dosierschwankungen der Ausgangsstoffe sind so niedrig wie möglich zu halten. Erkennbare Helligkeitsunterschiede sind bereits bei geringen Schwankungen die Folge. Um den Beton gut als Sichtbeton verarbeiten zu können, darf der Zementgehalt nicht unter 300 kg pro Kubikmeter fallen. Der Mörtel- und Mehlkorngehalt muss ausreichend hoch sein. Um Betoniergrenzen zu vermeiden, wird der Beton monolithisch verarbeitet und entsprechend verdichtet.

Sichtbetonkosmetik Struktur

Die Struktur der Sichtbetonoberfläche wird durch die Schalung entscheidend beeinflusst. Durch verschiedene Schalungen lassen sich individuelle und interessante Effekte auf der Sichtbetonoberfläche erzielen. Um die Schalungsbegrenzung an der Sichtbetonoberfläche gut abzubilden, wird für die oberflächennahen Schichten ein besonders feiner und fließfähiger Beton verwendet. Als Schalungen für Sichtbeton dienen verschiedenst gestaltete Flachmaterialien, wie beispielsweise Sägezahn-Profile oder Wellenmuster. Saugende Schalungen verwendet man für eine dunklere Oberfläche, die weniger Poren aufweist und weniger oberflächenempfindlich ist. Es zeichnen sich so weniger Farbtonunterschiede ab. Saugende Schalungen erzeugen geringere Wolkenbildungen und Marmorierungen an der Betonoberfläche. Genau das Gegenteil wird mit nicht saugender Schalung erreicht. Die Oberfläche weist mehr Wolkenbildung und Marmorierungen auf, und es zeichnen sich stärkere Farbtonunterschiede ab. Durch die nicht saugende Schalung wird die Oberfläche empfindlicher und hat mehr Poren. Der Beton erhält eine hellere Oberfläche. Eine stärkere Neigung zu Farbtonungleichheiten erreicht man durch eine glatte Schalung. Es kommt eher zu Marmorierungen sowie zu Wolken- und Porenbildungen. Mit einer texturierten Schalung fallen Farbunterschiede und Poren weniger auf. Die Schalung dient quasi als Gestaltungselement des Sichtbetons. Mit Pigmenten, farbigen Gesteinskörnungen oder auch mit Weißzement kann eine Farbgestaltung des Betons erreicht werden. In der Bildhauerei wird heute häufig mit Sichtbeton gearbeitet, meist in Kombination mit Holz. sichtbetonkosmetik

Sichtbetonkosmetik sind das Beibehalten der vorhandenen Strukturen

Rohbauer, Bauherren und Architekten sind gleichermaßen gefragt, wenn es um die Optik von Sichtbeton geht. Jede Ansichtsfläche des Sichtbetons stellt ein Unikat dar. Dafür sorgen Witterungseinflüsse genau wie bautechnische Aspekte. Die Sichtbetonkosmetik muss besonders sorgfältig in diesem sensiblen Bereich eingesetzt werden. Wesentliche Aspekte der Sichtbetonkosmetik sind das Beibehalten der vorhandenen Strukturen, unter der Beachtung des Fugen- und Farbbildes. Eine spezielle Oberflächenfestigung kann die Wirkung der unterschiedlichsten Umwelteinflüsse aufhalten. Dadurch erhalten Betonfassaden wesentlich länger ihr Aussehen. Die Sichtbetonkosmetik ist kostengünstiger und nachhaltiger für die meisten Schäden des Sichtbetons, als Abriss und Neubau. Mit lasur- und spachteltechnischen Verfahrensweisen können gezielt Schäden in und am Sichtbeton repariert werden. Die Sichtbetonkosmetik ist in der Lage, eine hochwertige Betonoberfläche in seiner ursprünglichen Gestaltung wieder herzustellen. In Außenbereichen oder auch in Bauwerken kann nachträglich eine Betonflächenimitation erstellt werden. Das führt zu einer Wertsteigerung der bearbeiteten Bausubstanz.